Schüler helfen Schülern

Die Situation: Viele Schüler haben Schwierigkeiten, den Forderungen der Schule zu entsprechen. Besonders in den unteren Jahrgängen ist häufig Hilfe nötig, um zu verhindern, dass die Schüler in einen dauerhaften Rückstand geraten. Die Lehrer können das oft im Klassenverband nicht leisten, Nachhilfe ist nur bildungsinteressierten Eltern mit entspre­chendem Einkommen möglich.

Eine deutliche Verbesserung ist durch Bildungsgutscheine für sozial Schwache eingetreten, aber viele Eltern sind überfordert, die Gutscheine zu beantragen, und zudem greifen sie viel zu spät, nämlich erst, wenn der Schulerfolg bereits gefährdet ist. Schülerpartnerschaften nutzen sowohl den Betreuten als auch den Betreuern.

BetreuerInnen erwerben soziale Kompetenz und üben selbst durch Erklären. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, die deutlich unter den Kosten für professionelle Nachhilfe liegt.

Schulversager scheitern meist nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an mangelnder Motivation. Halbwegs gleichaltrige Mitschüler, die gleichzeitig Vorbilder sind, können sehr häufig besser motivieren als Erwachsene. Als besonders effektiv hat sich ein Alters­unter­schied von bis zu 2 Jahren erwiesen.

 

IMG 0202a 330 Beide Fotos: Unter der Organisation des freien Trägers für Schülerhilfe RAA (Regionale Arbeits­stel­len für Bildung, Integration und Demo­kratie e.V.) findet freitags im Medienhof Wedding das Projekt "Schüler helfen Schülern" statt, das von der Stiftung Markstein finanziert wird. Zielgruppe sind Migrantenkinder, vor allem mit türkischem Hintergrund.

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Eine niederschwellige – und oft ausreichende und kosteneffektive - Hilfe für leistungs­schwache Schüler kann eine Betreuung durch ältere oder auch einfach in einem Fach wesentlich bessere Schüler sein. Günstig ist, wenn diese Schüler dieselbe oder eine benachbarte Schule besuchen. Die Stiftung unterstützt solche „Partnerschaftsbörsen“.

 

Unsere Hilfe: Grundsätzlich ist die Maßnahme für alle Schulen geeignet. Die Stiftung übernimmt die Kosten für Schüler aus sozial schwierigen Verhältnissen, wobei dennoch ein geringer Eigenbeitrag erwünscht aber nicht Bedingung ist. Die Stiftung Markstein bezuschusst die „Schüler-Lehrer“ mit einem Taschengeld, das Anreiz und Belohnung zugleich sein soll. Es ist auch möglich, Preise auszuloben für Schüler, die sich in der Betreuung besonders engagieren.

Die Beurteilung der Bedürftigkeit erfolgt durch die Schule, wobei sie nicht an staatlich festgelegte Grenzen gebunden ist. Da die Abgrenzung zwischen Bedürftigen und anderen organisatorisch schwierig ist, kann die Stiftung auch alle Kosten übernehmen, jedoch satzungsbedingt nur bei Schulen mit hohem Anteil von Bedürftigen. In Maßen kann die Stiftung auch Organisationskosten tragen. Ferner erfolgt eine Beratung.

Besonderheit bei Migranten: Eine besondere Ausprägung hat das Betreuungssystem durch die vielen Zuzüge nach Deutschland erfahren, seien es nun Flüchtlinge oder Ar-beitsmigranten. Hier fördern wir auch Integrationsmaßnahmen außerhalb eines direkten Unterrichtsbezugs. Integration findet schneller statt, wenn die Neulinge einen „Schüler-Lehrer“ zur Seite haben, der ihnen zusätzliche Kontakte ermöglicht, die Sprache sowie landesübliche Alltagssituationen vermittelt und möglicherweise auch zu einem neuen Freund wird. Dies wiederum kann helfen, den vielen Vorurteilen zu trotzen, die auch auf dem Schulhof entstehen können. Auch der betreuende Schüler lernt vieles dabei, weitaus mehr als nur soziale Kompetenz.

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Schüler und Schülerinnen der AG „Schüler*innen-Paten“ an der Solling-Schule in Tempelhof backen zusammen, hören Musik, unterstützen sich bei den Hausaufgaben ...